Wir begleiten Sie bei der Umstellung auf die neuen Vorgaben der Bilanzierung von Immobilien Leasingverträgen (Mietverträgen) gem. IFRS 16 in Zusammenarbeit mit Ihren jeweiligen Fachabteilungen. Erfahren Sie mehr!

  1. Was ist IFRS?

Der International Financial Reporting Standard (IFRS) umfasst internationale Rechnungslegungsvorschriften. Diese Sammlung einzelner Regeln dient als Grundlage für die Rechnungslegung von Wirtschaftsunternehmen. Die Standards werden vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedet, sind durchlaufend numeriert und heißen z.B. ISFR 16.

Der IASB entstand 2001 aus einer Umstrukturierung des International Accounting Standards Committee (IASC). Das IASC wurde bereits 1973 als privatrechtlicher Verein nationaler Verbände von Rechnungslegern und Wirtschaftsprüfern mit Sitz in London gegründet. Lange Zeit arbeitete der IASC im Hintergrund. Erst der Beschluss der Europäischen Union im Jahr 2000, mit der Organisation zusammenzuarbeiten, um die Fortentwicklung von Rechnungslegungsvorschriften voranzutreiben, rückte den IASB in den Vordergrund.

Das IFRS Interpretations Committee (entstanden aus Standing Interpretations Committee, kurz SIC bis 2001, seitdem International Financial Reporting Interpretations Committee, kurz IFRIC) übernimmt eine unterstützende Rolle in der Auslegung der Standards. Es beantwortet Fragen der IFRS-Anwender und realisiert dadurch eine inhaltliche Verbindung der einzelnen Standards. Somit greift das IFRS Interpretations Committee auf einen sich stetig vergrößernden Erfahrungsschatz zurück und setzt diesen bei der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für einzelne Standards ein.

Die Europäische Kommission übernimmt diese Standards in einem Anerkennungsverfahren, auch Endorsement-Prozess genannt. Dadurch entfaltet sich die gesetzliche Wirkung und der IFRS muß nicht ins nationale Recht überführt werden. Die IFRS Standards sind aufgrund der Übernahme und Umsetzung durch die EU seit 2005 vorgeschrieben.

Verwendet wird der Oberbegriff „IFRS Standards (IFRSs)“ aus der verbindlichen englischen Fassung, um die Gesamtheit aller anzuwendenden Vorschriften zu benennen. Die einzelnen Standards müssen unterschieden werden, wie z.B. IFRS 16.

Der Arbeitswand ist unermesslich und momentan nicht im Allgemeinen bezifferbar. Fangen Sie heute schon mit der Umstellung an, damit Sie keine gravierenden Überraschungen erleben und wissen, was auf Sie zukommt.

Martina Schäfer

Geschäftsführerin, ComLex

  1. Zielsetzung des IFRS

Mit dem IFRS hat sich der IASB die Entwicklung eines einheitlichen Regelwerks hochwertiger, verständlicher, durchsetzbarer und weltweit anerkannter Rechnungslegungsstandards zum Ziel gesetzt, die auf klar formulierten Grundsätzen basieren (ifrs.org (Juli 2015): Über uns und unsere Arbeit. http://www.ifrs.org/The-organisation/Documents/2015/WhoWeAre_German_July%202015.pdf (abgerufen am 26.04.2016)). Kurz gesagt geht es um die weltweite Harmonisierung der Rechnungslegung.

  1. Wer ist angehalten nach IFRS zu bilanzieren?

Seit 2005 sind alle kapitalmarktorientierten Unternehmen verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach den Vorschriften des IFRS aufzustellen. Dies ist die Folge der sogenannten IAS-Verordnung (Verordnung Nr. 1606/2002), die am 19.7.2002 vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union erlassen wurde.

  1. Ist eine freiwillige Umstellung ratsam?

Eine freiwillige Umstellung der Bilanzierung auf IFRS könnte u. U. ratsam sein für Unternehmen, deren Aktien demnächst an der Börse gehandelt werden sollen oder deren Banken ein Rating nur nach einem IFRS Abschluss vornehmen.

Zudem kann eine Vereinheitlichung von konzerninternen Vorgaben die Umstellung der Bilanzierung auf IFRS notwendig machen. Auch das Informationsbedürfnis von Shareholdern spielt hier eine Rolle.

  1. Was ist IFRS 16?

Der International Financial Reporting Standard 16 ist ein neuer IFRS Standard und gilt für Leasingverhältnisse. Der Standard betrifft mit seinen fundamentalen Neuerungen und umfangreichen Auswirkungen insbesondere Leasingnehmer (Leasinggeber werden hier an dieser Stelle nicht behandelt). Demzufolge müssen die meisten Leasingverhältnisse in der Bilanz ausgewiesen werden.

  1. Ab wann tritt der neue IFRS 16 in Kraft?

Veröffentlicht wurde der Standard am 13. Januar 2016 und wird erstmals am oder nach dem 1. Januar 2019 angewendet. Eine vorzeitige Anwendung ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

  1. Welche Auswirkungen hat IFRS 16?

IFSR 16Der neue Rechnungslegungsstandard zur Leasingbilanzierung ist besonders umfangreich. Er wird das künftige Bilanzbild gravierend verändern und hat weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen verschiedenster Branchen (z.B. Luftfahrt, Logistikgesellschaften, Anmietung von Immobilien), auf entsprechende Kennzahlen (z.B. Eigenkapitalquote, EBIT/EBITDA), auf die Einhaltung von Covenants (Verschuldungsgrad) bis hin zu Änderungen der Personal-/Vorstandsvergütungen.

Das Off-Balance Reporting für Leasingnehmer fällt künftig weg. Die Leasingverträge werden dann in die Bilanz mit aufgenommen, was zu einer Bilanzverlängerung führt. Die damit einhergehende Zunahme der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sorgt ihrerseits für die eben erwähnten weitreichenden Auswirkungen.
Diese Änderungen sind nicht nur in der Bilanz selbst und in den Kennziffern zu erkennen. Für Unternehmen sind sie mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden, denn entsprechend angepasste Systeme und Prozesse müssen eingeführt werden. Dies betrifft die Vertragsverwaltung und die Vertragsbewertung (z. B. Wahrscheinlichkeiten für Optionsausübungen, Bewertung von Untermietverträgen). Auch entsprechendes Buchungsmaterial muss neu erstellt werden.

In Anbetracht des Umfangs der Änderungen, die der neue Rechnungslegungsstandard mit sich bringt, werden Auswirkungen nicht nur bei den einzelnen Unternehmen zu spüren sein. Diese beziehen sich auf die gesamte Wirtschaft. Entsprechend wird der Beratungsbedarf bezüglich Vertragsmanagement, Buchhaltung und Unternehmensführung deutlich steigen.

Desweiteren hat sich das Gestaltungspotential verändert, so daß manche (Immobilien-) Transaktionen gar nicht mehr durchgeführt werden, weil diese für Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr interessant sind.

  1. Warum schon jetzt mit den Vorbereitungen beginnen?

Zwar wird der neue Standard erst ab dem 1. Januar 2019 Anwendung finden. Bis zum Erstellungstermin der Bilanz in 2019 müssen Unternehmen ihre internen Prozesse bereits angepasst haben, um die Anforderungen durch IFRS 16 zu erfüllen. Deshalb ist es wichtig, den Zeit- und Personalaufwand für die Vertragsinventur, das Vertragsmanagement und die -analyse im Blick zu haben. Möglicher Anpassungsbedarf von Leasingverträgen und/oder Personalverträgen sollte ebenso mit bedacht werden, wie der enorme Ressourcenaufwand für die Umsetzung von entsprechenden IT-Prozessen. Gleichzeitig sollten Unternehmen rechtzeitig Gespräche mit Banken, Investoren und Geldgebern führen, um jetzt schon auf geänderte Kennzahlen hinzuweisen und Veränderungen einzuführen. Fazit: Es gibt viel zu tun, was keinen Aufschub erlaubt.

  1. Wie können Sie Ihr Unternehmen optimal auf die Leasingbilanzierung vorbereiten?
  • Machen Sie eine Vertragsinventur! Diese wirft möglicherweise Fragen auf, z.B.:
  • Wo sind die Mietverträge? Oftmals fehlt hier die Transparenz oder gar das Dokument.
  • Welche Sprachen und Währungen werden verwendet?
  • Welche rechtlichen Besonderheiten gibt es pro Vertrag, die nicht Standard sind?
  • Wer ist dafür verantwortlich, die Verträge herauszugeben?
  • Wie viele Verträge sind es?
  • Sind die Verträge einheitlich?
  • Habe ich Prozesse für die künftige Vertragsüberwachung eingeführt?
  • Gibt es Handbücher für die Erstellung nachvollziehbarer Dokumentationen, aktuell und in Zukunft?
  • Prüfen Sie bestehende Systeme und Prozesse für die Implementierung von IFRS 16 und führen sie gegebenenfalls neue ein! Übliche IT-Themen sind z.B. das Zusammenführen von unterschiedlichen IT-Systemen, das Vorfinden von Insellösungen, Bereichsübergreifende Zuständigkeiten oder Datenmigration.
  • Analysieren Sie, welche Auswirkungen IFRS 16 auf relevante Kennzahlen und die Einhaltung von Covenants hat! Unter Verwendung von einfachen Software Tools können Sie im Vorfeld eine Prognose erstellen, wie die Auswirkungen auf die eigene Bilanz aussehen werden. Mit dieser Erkenntnis können Sie dann die nötigen Gespräche mit Ihrem Personal, Banken etc. einleiten.
  1. Welche Chancen birgt IFRS 16?

Der neue Standard bietet die einmalige Chance, optimierte Strukturen, Prozesse oder eine Restrukturierung einzuführen. Die von außen auferlegte Leasingbilanzierung erhöht zum einen die Akzeptanz der Maßnahmen bei den betroffenen Mitarbeitern im Vergleich zueiner betriebsinternen Umstrukturierung. Zum anderen steigt aufseiten der Unternehmensführung die Bereitschaft für eine Budgetallokation, um langfristig Einsparungen zu realisieren. Die mit dem neuen Standard einhergehenden organisatorischen Verbesserungen ermöglichen sowohl Einsparungen bei Leasingaktivitäten (Fristenkontrolle) als auch die Umsetzung verschlankter Prozesse

  1. Wo können Sie Unterstützung finden?

Dieser Standard ist noch sehr neu. Dennoch befassen sich die großen internationalen Wirtschaftsprüfungskanzleien bereits seit langem mit dem Thema und weitere nationale Unternehmen folgen kontinuierlich. Mittlerweile werden Seminare angeboten und langsam finden sich auch im Internet Tools zur Umsetzung des Assessments.

Wie kann ComLex Sie für IFRS 16 unterstützen?

ComLex übernimmt für Sie die Vertragsinventur, verarbeitet die Massendaten der Mietverträge und erstellt ein Reporting, um eine belastbare Datengrundlage für die Berechnungen des „Right-of-use“ Vermögenswertes und der Leasingverbindlichkeit zu schaffen. Auf Wunsch erledigt ComLex zudem die Berechnungen zur jährlichen Wertermittlung. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen eine Methode für Wahrscheinlichkeits-Entscheidungen. Entsprechende Dokumentationen für diesen Prozess stellen wir Ihnen zur Verfügung.

Gerne beraten wir Sie bei der Implementierung der notwendigen Tools und Software in Ihre bestehende IT-Landschaft.